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Typisch Irisch
Auswandern
Auswandern
Irland hat eine große Auswandertradition und -geschichte. Man geht davon aus, dass es weltweit ca. 80 Millionen irischstämmige Menschen gibt, allein 40 Millionen in den USA. In Irland selbst leben nur ca. 4,3 Millionen Menschen. So kommt es, dass man überall auf der Welt einen Iren trifft bzw. jemanden, dessen Eltern, Großeltern, Urgroßeltern usw. irischer Abstammung sind. So haben u. a. John F. Kennedy und Che Guevara irische Vorfahren. Der Ire William Brown (1777-1857) gründete die argentinische Kriegsmarine und gilt heute als Volksheld in Argentinien. Und der Architekt des Weißen Hauses in Washington war ebenfalls Ire: sein Name James Hoban (1762-1831).
Dracula
Dracula
Schon lange vor dem weltweiten „Twilight“-Hype waren Vampirgeschichten auf Irland weit verbreitet. Schließlich hat der Ire Bram Stroker „Dracula“ weltbekannt gemacht. Außerdem hat sich in kein anderes europäisches Land eine so reiche Kultur an Märchen und Sagen erhalten wie Irland. Und, dass noch heute Feen über die saftig grünen Hügel und verwitterte Ruinen schweben sollen, merken Irland-Besucher spätestens im Pub: Jeder Ire hat eine Phantasie-Geschichte über die keltischen und gefürchteten Fabelwesen parat.
Festivals
Festivals
Die Iren sind Festival-Weltmeister. Jeder noch so kleine Ort hat sein Festival. Als Irland-Besucher stellt sich also nie die Frage: „Und was machen wir heute?“ Es gibt natürlich das St. Patricks Festival im März und das größte Rockfestival Oxegen im Juli. Allerdings gibt es auch jede Menge Festivals, deren Anlass nur eine untergeordnete Rolle spielt. So gibt es den Heiratsmarkt von Lisdoonvarna (Tausende Singles versuchen, die Liebe fürs Leben zu finden), die Wahl der Schönheitskönigin beim „Rose of Tralee“-Festival und das Austernfestival in Galway. Eine Übersicht aller Festivals findet man auf www.irish-net.de.
Grüne Wiesen
Grüne Wiesen
Irland ist 84 400 Quadratkilometer groß. Das Landesinnere besteht aus Wiesen, Weiden und Hochmooren, durchzogen vom Shannon-Fluss. Irlands Klima ist mild: Im Winter fallen die Temperaturen nur selten unter den Gefrierpunkt, im Sommer sind dafür nicht so heiß. Angeblich weist die irische Landschaft vierzig verschiedene Grüntöne auf. Das liegt vor allem am vielen Regen. Man sagt, dass Irland dort am schönsten ist, wo es am meisten regnet. Statistisch gesehen ist das die Gegend um Kerry mit 270 Regentagen im Jahr. Urlauber, die sich am vielen Regen stören, sollten sich vielleicht mit folgender irischer Weisheit trösten: „Im Pub regnet es nicht!“
Guinness
Guinness
Die Iren sind ein trinkfreudiges Volk. Das beliebteste alkoholische Getränk ist Bier. Das dunkle Guinness mit der typischen cremigen Schaumkrone steht dabei an erster Stelle. Bier wurde schon in den frühen irischen Überlieferungen als Gemeinschaft stiftendes Getränk gerühmt. Ansonsten sind die Iren eifrige Teetrinker. Mit sieben Pfund Tee pro Kopf und Jahr übertreffen sie sogar die Engländer. Getrunken wird er vor allem als „cream tea" mit Milch und Zucker.
Hurling
Hurling
Eine der traditionellen irischen Sportarten ist Hurling, eine Mischung aus Hockey und Lacrosse. Es gilt als das schnellste Feldspiel der Welt. Dabei ist jeder der 15 Feldspieler mit einem Stock (Hurley) ausgerüstet und versucht den Spielball (Sliotar) per Fuß oder durch Schlagen bzw. Transportieren mit dem Hurley ins gegnerische Tor zu befördern. Jede der 32 irischen Grafschaften hat ein Hurling-Team. Und es ist ein reiner Amateursport, sprich keiner der Spieler wird bezahlt. Es ist die populärste Sportart in Irland.
Irisch
Irisch
Irisch (Gälisch) ist die offizielle Amtssprache der Regierung und an den Gerichten. Alle offiziellen Dokumente müssen in einer irischen Fassung vorliegen. Straßen- und Hinweisschilder sind sowohl in Irisch und Englisch. Auch in der Schule ist Irisch Pflichtfach, man kann auch seine Prüfungen in Irisch ablegen. Allerdings sind wenige Iren in der Lage, ein Gespräch in ihrer Nationalsprache zu führen. Schätzungsweise nur 80 000 Iren benutzen sie täglich. Der Grund: Gälisch ist eine sehr komplizierte Sprache. Irland-Besucher brauchen sich also keine Sorgen machen: Mit Englisch kommt man überall bestens zurecht.
Irischer Whiskey
Irischer Whiskey
Der irische Whiskey wird wegen seiner milden und besonderen Aromen von Kennern geschätzt. Angeblich soll die irische Whiskey-Tradition älter als die schottische sein. Seit ihn im 6. Jahrhundert Mönche erfunden haben, werden ihm wundertätige Heilkräfte nachgesagt. Zumindest als „hot whiskey" (mit heißem Wasser aufgegossen und mit Zucker, Nelken und Zitrone gewürzt) ist er an kalten Tagen eine Wohltat. Ansonsten trinkt man den Whiskey pur, bestenfalls mit einem Schuss Wasser, weil sich so Geschmack und Aromen besser freisetzen können. Eis im Whiskey hingegen ist verpönt und wird als amerikanische Unsitte betrachtet.
Irish Coffee
Irish Coffee
Klassischerweise handelt es sich dabei um einen Kaffee mit Zucker und Whiskey. Entdeckt wurde das Getränk in den 1940er-Jahren. Der Legende nach wurde dieser Drink Passagieren zum Aufwärmen serviert, die auf dem Weg mit Flugbooten von Europa nach Amerika auf dem irischen Flughafen Shannon zwischenlandeten. Auf die Frage, ob sie denn brasilianischen Kaffee tränken, soll ein Mitarbeiter zu ihnen geantwortet haben: „Nein, Irish Coffee!“
Keltische Tiger
Keltische Tiger
Gefördert durch Mittel der EU, leitete die irische Regierung in den 1980er-Jahren mit einer radikalen Öffnung den ersten wirtschaftlichen Aufschwung ein und lockte ausländische Konzerne auf die Insel. Geboten wurden niedrige Steuern, der Aufbau einer modernen Infrastruktur und eine Geschäftssprache, die sehr viele beherrschen: Englisch. Aus den USA kamen Konzerne wie Apple, IBM und Pharmaunternehmen. Sie machten Irland zu „Europas Werkbank“. Später wurden Banken und Fondsverwalter mit Niedrigsteuern geködert. Irland wurde wegen des wirtschaftlichen Booms als „Keltischer Tiger“ bezeichnet. Der Boom ist vorbei.
Kultur
Kultur
Bands und Musiker wie U2, Johnny Logan, Chris de Burgh, Sinéad O'Connor, Van Morrison... sind der populärste Kulturexport Irlands, der einflussreichste aber ist zweifellos die irische Literatur. Jonathan Swift, Oscar Wilde, William Butler Yeats, George Bernard Shaw, Samuel Beckett und James Joyce sind nur einige der berühmteren Namen. Dieser erlesenen Liste lassen sich problemlos die Namen herausragender Schauspieler hinzufügen wie Liam Neeson, Jonathan-Rhys Meyers, Pierce Brosnan und Colin Farrell.
Newgrange
Newgrange
Irlands Geschichte reicht zurück bis in die Steinzeit. Zeuge davon ist unter anderem das Hügelgrab Newgrange nördlich von Dublin. Es wurde vor über 5000 Jahren gebaut und ist damit älter als die Steingräber von Stonehenge in England. Jedes Jahr am 21. Dezember vollzieht sich hier ein ganz besonderes Schauspiel: Zum Sonnenaufgang fällt die Sonne (sofern es keinen Nebel oder Wolken gibt) durch den 22 Meter langen schmalen Gang bis in die Grabkammer. Ein seltenes astrologisches Kunststück und für Irland ein besonders magisches Ereignis, das jedes Jahr nur wenigen Besuchern ermöglicht wird. Die Wartelisten sind entsprechend lang.
Nordirland
Nordirland
1921-22 erfolgte die Teilung Irlands in den irischen Freistaat (seit 1948 Republik Irland) und die britische Provinz Nordirland. Das Streben nach Identität der beiden Bevölkerungsgruppen – die englisch- und schottischstämmigen Protestanten und die irisch-nationalistischen Katholiken – führte zum Konflikt (troubles, wie die Nordiren sagen) und bestimmt die Politik der Region bis heute. Aber: „Lassen Sie sich durch die blutige Geschichte keinesfalls davon abschrecken, Nordirland in Ihre Reise einzubeziehen“, schreibt Ralf Sotscheck in „Gebrauchsanweisung für Irland“ (Piper Verlag). „Am besten halten Sie sich mit guten Ratschlägen für eine Lösung des Konflikts zurück“, so sein Tipp.
Rote Haare
Rote Haare
Iren haben rote Haare und Sommersprossen – so das Klischee. Die Wahrheit: Gerade einmal vier Prozent der Iren sind rothaarig. Darüber, wie viel Prozent Sommersprossen haben, gibt es keine Statistiken.
Pubs
Pubs
Irische Pubs sind das verlängerte Wohnzimmer der Iren. Hier trifft man sich fast täglich nach Feierabend – und gerne auch zwischendurch. Das liegt vor allem daran, dass die Iren die Kunst des „small talk“ lieben und jederzeit pflegen. Es gibt immer etwas worüber man reden kann, den Klempner des Nachbarn über Politik oder internationalen Klatsch. Für Irlandbesucher möglicherweise viel interessanter: In den irischen Pubs bekommt man das beste traditionelle irische Essen, oft für weniger als acht Euro.
„Rounds“
„Rounds“
Wenn Iren sich im Wirtshaus treffen, zahlen sie in „rounds“. Das bedeutet: Einer in der Gruppe bezahlt für alle. Bei der nächsten Runde ist ein anderer an der Reihe. Dieses ungeschriebene Gesetz zu missachten, gilt als ausgesprochen unhöflich.
Ryanair
Ryanair
Ryanair ist der Inbegriff für billiges Fliegen. Gegründet wurde die Airline 1985. Der Hauptsitz befindet sich in Dublin. Seit 1993 führt der Ire Michael O'Leary Ryanair. Er galt als der rettende Engel der defizitären Airline, hinter vorgehaltener Hand auch als der „würgende Engel“. Er führte das Billigflug-Konzept ein. Mit 65 Millionen beförderten Fluggästen im Jahr 2009 ist Ryanair rein nach Passagierzahlen gemessen die größte Billigfluggesellschaft Europas. Heute bedient Ryanair 985 Strecken zwischen 25 europäischen Staaten und Marokko. Die Anzahl der Ziele liegt bei 161. O'Leary ist bekannt für seine polternden Worte, um Aufmerksamkeit zu erregen und gegen die Konkurrenz zu stänkern.
St. Patrick
St. Patrick
Irland war seit dem Ende des Römischen Reiches ein unseeliger Platz für Piraten und Plünderer. Einer ihrer Gefangenen war ein gewisser Patrick. Als Sklave musste er auf Irland Schafe hüten. Im Beten soll er Trost gefunden haben. Nach seiner Flucht ließ er sich zum Priester ausbilden. Papst Coelestin I. soll Patrick um 432 als Bischof und Missionar nach Irland gesandt haben. St. Patrick soll das Christentum nach Irland gebracht und die „Schlangen“ aus Irland vertrieben haben. Sein Todestag, der 17. März, ist der Gedenktag des Heiligen Patrick und in Irland Nationalfeiertag (St. Patrick's Day).
Theater
Theater
Irland hat nicht nur weltbekannte Musiker, Schriftsteller und Schauspieler hervorgebracht (siehe Stichwort „Kultur“), sondern auch eine große Theatertradition. Das Dubliner Abbey Nationaltheater war die erste staatlich geförderte Bühne im englischsprachigen Raum. 1904 wurde hier erstmals ein Stück aufgeführt. Es zählt auch heute noch zu den renommiertesten Theatern der Welt.
Das Gate Theatre in Dublin ist bekannt für seine großen Namen: Susan Sarandon, Ralph Fiennes, Liam Neeson, Orson Welles standen hier schon auf der Bühne oder begannen sogar hier ihre Karriere.
Verkehr
Verkehr
Irland mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu bereisen, ist extrem schwer. Das Eisenbahnnetz ist dünn, Züge sind rar und Busse extrem unpünktlich. Wer Irland mit dem Auto bereist, sollte einige Regeln beachten. In Irland herrscht Linksverkehr! Das Reißverschlussprinzip ist in Irland gänzlich unbekannt, die Iren sind extrem rücksichtslose Verkehrsteilnehmer. Es gibt jede Menge Kreisverkehre und nicht wundern: Viele sind extra mit Ampeln ausgerüstet (da diese oft kaputt sind, sollte man immer auf den Querverkehr achten). Und Schafe, Kühe und fiese Schlaglöcher können hinter jeder Kurve lauern. Irland mit dem Rad oder auf dem Pferderücken entdecken, ist eine umweltfreundliche Alternative.
Viagra
Viagra
Einer der größten Exportschlager Irlands der vergangenen Jahre war das Potenzmittel Viagra des Pharmakonzerns Pfizer. Es wurde in dem kleinen Örtchen Ringaskiddy produziert. Angeblich sollen die Viagra-Dämpfe die Manneskraft der männlichen Ortsbewohner gestärkt haben. Gerüchte von Babyboom und überfüllten Kreissälen machten die Runde. Sogar Touristen sollen nach Ringaskiddy gepilgert sein, um eine Brise Viagra-Luft einzuatmen. Ein Reporter-Team des WDR konnte die Gerüchte über die potenzsteigernden Viagra-Winde letztendlich widerlegen.
Wetten
Wetten
Man sagt, die Iren würden nur deshalb Sport treiben oder Rennen veranstalten, weil das eine gute Gelegenheit zum Wetten ist. Vom Windhundrennen über Snooker bis zur weißen Weihnacht kann jeder erhebliche Summen verwetten. In Irland sei der Beruf des Buchmachers krisenfest, heißt es. Ebenfalls beliebt: Bingo. Bingo-Hallen sind über das ganze Land verteilt, meist befinden sie sich in den Gemeindehallen der Kirchen. Bingo wurde nämlich von der katholischen Kirche in den 1960er-Jahren eingeführt, um sich Geld zu beschaffen. Somit verwandelt jede Kirchengemeinde in Irland ihre heiligen Hallen einmal in der Woche in eine Spielhölle. Touristen sollten diesem Spektakel mindestens einmal beiwohnen.

